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Die Wallaman Waterfalls – Ein schöner Ort vieler Plagen

27 Okt

Denn aktuellen Beitrag findest du auf meinem neuen Blog: http://www.martinwos.de/die-wallaman-waterfalls-ein-schoner-ort-vieler-plagen/

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Nach der aufregenden Nacht mit den Waldbränden ging es morgens nun endlich zum Girringun Nationalpark. Genauer gesagt zu dem von Ingham 50 Kilometer entfernten UNESCO Weltnaturerbe, dem Wallaman Waterfalls. Wie schon erwähnt ist dieser mit einer Höhe von ca. 278 Meter der höchste einstufige Wasserfall Australiens! Den Weg dorthin planten wir mit einer halben Stunde ein, dabei war uns ein weiteres Mal nicht bewusst, dass Australiens Straßen keine deutschen Straßen sind.

Auch wenn die Straße zum Nationalpark nahezu durchgehend asphaltiert war, mussten wir uns den Weg erst mal durch kämpfen. Überall waren Kühe oder andere Tiere auf der Straße, die uns böse anschauten, zumindest hatten wir das Gefühl! Da wir einen Leihwagen hatten, hatten wir durchaus Respekt vor diesen wilden Tieren, denn sie ließen sich auch nicht wirklich von ihrem Weg abbringen, als wir durch Hupen oder dicht Anfahren sie von der Straße drängen wollten. Wer weiß schon, zu was solche Tiere fähig sind?! Doch der lustige Einsatz Timo’s erbrachte uns die freie Fahrt. Wir konnten uns vor Lachen nicht mehr kriegen, aber sieht am besten selbst:

Die letzten Kilometer waren kaum asphaltiert, eher Schotterpisten und gingen zudem auch noch Berg auf. Wer schon in Australien war, weiß das solche „Straßen“ mit einem normalen Mietwagen nicht befahren werden dürfen und selbst mit einem voll ausgerüstetem Geländewagen, wagen es nur sehr dumme oder mutige auf die Straßen, denn man verfährt sich schnell oder bleibt stecken und die Versicherung trägt meist keine Kosten auf solchen Straßen. Doch für uns galt diese Regel nicht den 1. Waren wir schon zu weit gefahren um einfach umzudrehen und 2. Sprach ich von „Miet- und Geländewagen“ und nicht von „Wohnwagen“ 😉 Also nach dem Motto „Der Weg ist das Ziel“ begannen wir unseren wackligen Weg mit einem mulmigen Gefühl nach oben, in der Hoffnung nicht irgendwo stecken zu bleiben. 🙂

P1090102Doch das Risiko hatte sich gelohnt, denn uns bat sich ein imposanter Anblick, wenn die gewaltigen Wassermassen senkrecht in die Tiefe stürzen. Ich wollte das Spektakel (aber natürlich) ganz nah erleben und so überredete ich die anderen zu unserem großen Leiden, den 2 km Pfad mit mir nach unten zu steigen. Ich mein was sind schon 2 km richtig? ABER der Weg war zum Teil mit klettern verbunden (was mir eigentlich schon spaß machte, den Frauen nicht!) und so hatte ich nun den Salat! Ihr könnt euch ja vorstellen wie das so ist wenn man jemanden überredet und alles läuft schief? Denn unten war wegen der heißen Periode kaum Wasser zu sehen und somit konnte man die gepriesenen Tiere wie Emus, Schildkröten usw. nicht sehen und an Flora und Fauna war sowieso erst mal nicht zu denken, denn ganz alleine waren wir nicht!

Keine paar Sekunden unten, gesellte sich eine Fliege zu mir. Kleiner und schwärzer wie eine Hausfliege. Sie brummte vor meinem Gesicht und versuchte P1090132auf meiner Oberlippe Platz zu nehmen. Klar, ich schlug sie weg aber sie kam wieder und immer wieder an die Stelle, auch dann als ich mir selbst ins Gesicht schlug! Dann kam eine Zweite und wollte doch tatsächlich in meine Nase rein! Binnen einer Minute waren 20 dieser Insekten auf meinem Kopf und ich versank rasch in einen erbärmlichen Zustand wie man ihn bei Australischen Fliegen nur kennt. Klar sie sich alle lästig aber australische Fliegen sind besonders hartnäckig. Es ist schier unmöglich diese Fliegen daran zu hindern, dich zu kitzeln. Aber nicht nur ihre Aufdringlichkeit ist kritisch sondern auch ihre Bemühungen! Eine Australische Fliege versucht die Feuchtigkeit deiner Augäpfel zu saugen. Wenn man sie nicht ständig verscheucht, stößt sie im Ohr in Bereiche, wovon dein Wattestäbchen nur träumen kann! Tanzen 30-40 dieser Fliegen auf deinem Körper herum, kannst du dir vorstellen wie verrückt man wird wenn sie über dich her fliegen wie auf einem Leichnam.

P1090112Es gab also nur noch ein Weg und der ging schnell nach oben, wo es nicht mehr so schlimm war. Doch wenn das unser gesamtes Problem gewesen wäre, wäre ich heil froh gewesen. Natürlich wurde meinem Rat nicht befolgt und so nahmen die „Mädels“ und Timo jeder ein Fläschchen mit auf den Weg, weil es „besser zu tragen war“. Nach 4 Kilometer laufen bei 40 Grad im Schatten ohne Abkühlung und einem „Fläschchen“ könnt ihr euch wohl denken bei wie viel Grad dann wohl die Laune war und wer sie dazu überredet hatte? Genau ich. Also wahrlich kein einfacher Weg für uns alle, aber ja ich muss zugeben etwas wurden die 2 km in der Hitze unterschätzt (morgens war es ja noch angenehm, da wir aber fast 1 Std. für runter und 2 Std. für hoch brauchten, war die Mittagssonne draußen).

Halb kollabiert und alle ausgetrocknet schafften wir es aber ziemlich erschöpft und genervt nach oben und waren froh uns den kleineren Problemen im Leben widmen zu können, nämlich wie wir jetzt auf der Schotterpiste wieder runter kommen ohne stecken zu bleiben oder ein Unfall zu bauen.

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Verfasst von - 27. Oktober 2012 in Australien

 

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